Stressmodell nach Lazarus

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Das Stressmodell nach Richard Lazarus ist ein bedeutendes Konzept in der Psychologie, das sich mit der Entstehung und Bewältigung von Stress befasst. Das Stressmodell ist für die berufliche Arbeit sehr hilfreich, aber auch für das eigene Leben um Dynamiken und Bewältigungsmöglichkeiten besser nachvollziehen zu können. Du wirst das Stressmodell nach Lazarus nach diesem Beitrag verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Stressmodell nach Lazarus?

Das Stressmodell nach Richard Lazarus ist ein bedeutendes Konzept in der Psychologie, das sich mit der Entstehung und Bewältigung von Stress befasst. Das Stressmodell ist für die berufliche Arbeit sehr hilfreich, aber auch für das eigene Leben um Dynamiken und Bewältigungsmöglichkeiten besser nachvollziehen zu können.

Interessierst du dich generell für den Umgang mit Stress und der psychischen Widerstandsfähigkeit? Dann kann ich dir das Salutogenese Modell nach Antonovsky empfehlen und das Konzept der Resilienz, du kannst auf die Begriffe klicken, ich habe dir dort einen passenden Blogbeitrag (mit Lernvideo) verlinkt.

Stressmodell Lazarus

Im Zentrum des Stressmodells steht die Annahme, dass Stress nicht ausschließlich durch äußere Ereignisse (Stressoren) ausgelöst wird, sondern auch die individuelle Bewertung dieser Ereignisse durch die betroffene Person einen maßgeblichen Faktor darstellt. Was genau wie viel Stress bei einem Menschen auslöst, ist also individuell und nicht verallgemeinerbar.

Zwei Hauptprozesse im Stressmodell

Das Modell teilt sich in zwei Hauptprozesse: die primäre Bewertung und die sekundäre Bewertung. Schauen wir uns beide Prozesse einmal genau an. Ich werde das Stressmodell nach Lazarus gleich in der Theorie einmal darstellen und dann ein Beispiel dazu nennen. So wirst du die Inhalte noch besser verstehen.

Die Primäre Bewertung:

In dieser Phase bewertet die Person das potenziell stressige Ereignis hinsichtlich seiner Bedeutung für ihr Wohlbefinden. Ein Ereignis kann als irrelevant, günstig/positiv oder stressend (herausfordernd, bedrohlich, verlustbringend) eingestuft werden. Das kann wie gesagt ein Ereignis sein, aber auch eine Situation oder einfach eine Veränderung. Diese Bewertung ist hoch individuell, abhängig von Persönlichkeitstyp, der allgemeinen Verfassung, den bisherigen Lebenserfahrungen und so weiter.

Die Sekundäre Bewertung:

Wenn ein Ereignis als stressend bewertet wird, folgt die sekundäre Bewertung. In dieser Phase schätzt die Person ihre Ressourcen und Möglichkeiten ein, um mit dem stressenden Ereignis umzugehen. Diese Ressourcen können physischer, psychologischer, sozialer oder materieller Natur sein.

Stressmodell Lazarus sekundäre Bewertung

Die Bewältigungsstrategie (Coping)

Je nach Ergebnis dieser Bewertungen entscheidet die Person über ihre Stressreaktion und die Bewältigungsstrategie, dies wird auch als Copingstrategie bezeichnet. Diese kann entweder problemorientiert (aktive Auseinandersetzung mit dem Problem, um es zu lösen) oder emotionsorientiert (Regulation der emotionalen Reaktion auf das Problem) sein.

Ein zentrales Element des Modells ist die dynamische Interaktion zwischen Person und Umwelt. Stress wird als ein Prozess gesehen, in dem kontinuierlich Bewertungen und Neubewertungen stattfinden, basierend auf neuen Informationen oder der Veränderung der Situation oder der eigenen Ressourcen. Das ist das Kernelement im Umgang mit Stress.

Stressmodell Lazarus Beispiel Bewältigung

Subjektive Wahrnehmung und Individualität

Das Stressmodell nach Lazarus betont somit die Rolle der subjektiven Wahrnehmung und Bewertung von Stressoren und bietet einen Rahmen für das Verständnis der komplexen Interaktionen zwischen Individualität, kognitiven Bewertungen und Bewältigungsstrategien (auch Copingstrategien genannt).

Beispiel Stressmodell nach Lazarus

Ein praktisches Beispiel für das Stressmodell nach Lazarus im pädagogischen Kontext könnte die Situation eines Auszubildenden Erziehers sein, der sich auf die schriftlichen Erzieherabschlussprüfungen vorbereitet. Schauen wir uns das einmal im Detail an. Die anstehende schriftliche Erzieherabschlussprüfung stellt also den Stressor dar.

Primäre Bewertung:

Der Schüler steht vor der bevorstehenden Prüfungen. In der primären Bewertung schätzt er diese Prüfungen als stressend ein, da er sie als bedrohlich für seine Note und somit für sein Abschlusszeugnis betrachtet. Die Prüfung hat eine hohe persönliche Bedeutung für ihn, da er gute Leistungen erbringen möchte, um seine Chancen auf ein Studium zu erhöhen.

Sekundäre Bewertung:

In der sekundären Bewertung beurteilt der Schüler seine Ressourcen und Möglichkeiten, um mit dem Stressor, also der bevorstehenden Prüfung, umzugehen. Er erkennt, dass seine Kenntnisse und das Wissen in einigen Bereichen lückenhaft sind, bewertet aber seine Fähigkeit, effektiv zu lernen und Unterstützung von Lehrern oder Mitschülern zu erhalten, als hoch. Er erkennt auch, dass er genügend Zeit hat, um sich auf die Prüfung vorzubereiten.

Stressbewältigung (oder auch Coping):

Basierend auf dieser Bewertung entscheidet sich der Schüler für eine problemorientierte Bewältigungsstrategie. Er könnte auch eine emotionsorientierte Bewältigungsstrategie wählen, diese wäre aber wenig hilfreich. Diese würde bedeuten, dass er sich selbst und seine Emotionen lediglich beruhigt, aber gar nicht das Problem an sich angeht (nämliche die Wissenslücken). Er erstellt also einen detaillierten Lernplan, der speziell die Themenbereiche abdeckt, nimmt an Lerngruppen teil, um sein Verständnis zu verbessern und kauft sich den phänomenal guten Online Videokurs zur Vorbereitung auf die schriftlichen Erzieherprüfungen vom Erzieherkanal (Hier der Link). Zusätzlich übt er Entspannungstechniken, um seinen Stress zu reduzieren.

Das Ergebnis

Durch diese Strategien fühlt sich der Schüler besser auf die Prüfung vorbereitet und weniger gestresst. Seine Angst vor der Prüfung nimmt ab, und er geht mit mehr Selbstvertrauen in die Prüfungssituation. Die erfolgreiche Anwendung der Bewältigungsstrategien führt zu einer positiven Rückkopplung, die seine zukünftigen Bewertungen ähnlicher Situationen beeinflusst. Dies fördert die Selbstwirksamkeit, Resilienz und die Fähigkeit in der Zukunft Herausforderungen und Probleme noch konstruktiver anzugehen.

Stressmodell Lazarus Beispiel einfach erklärt

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