Pädagogische Grundhaltung nach Rogers

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Die pädagogische Grundhaltung nach Carl Rogers beschreibt eine wertschätzende Haltung gegenüber dem Menschen, die Lernen und Entwicklung fördert. Sie basiert auf Empathie, bedingungsloser Akzeptanz und Kongruenz und schafft eine vertrauensvolle Beziehung, in der sich Kinder und Lernende angenommen und verstanden fühlen.

Was es mit diesen drei Pfeilern der pädagogischen Grundhaltung nach Rogers genau auf sich hat, was Erzieherinnen und Erzieher beachten sollten und wieso diese Punkte so wichtig sind, wollen wir uns in diesem Beitrag genau anschauen. Am Ende des Beitrags findest du eine Zusammenfassung zur pädagogischen Grundhaltung nach Rogers (Empathie, Akzeptanz und Kongruenz) und zusätzlich weiterführende Literatur und seriöse Quellen.

Inhaltsverzeichnis

Die Entstehung der pädagogischen Grundhaltung nach Carl Rogers

Die drei pädagogischen Grundhaltungen stammen aus dem Konzept der personenzentrierten Gesprächsführung des Psychologen und Psychotherapeuten Carl Rogers. Carl Rogers ist im Bereich der Pädagogik und in der Psychologie sehr anerkannt und hat viele wegweisende Theorien entwickelt, so beispielsweise auch die personenzentrierte Theorie. (Ich verlinke dir dazu HIER einen ausführlichen Beitrag.)

Carl Rogers war der Auffassung, dass jeder Mensch eine Tendenz, ein Streben und ein Potenzial nach Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung hat. Das bedeutet, dass jeder Mensch eine in sich wohnende Kraft dazu hat, sich selbst in seiner Identität und Persönlichkeit positiv und konstruktiv weiterzuentwickeln.

Dieses Potenzial kann sich laut Rogers vor allem in der Begegnung mit anderen Menschen entfalten. Im pädagogischen Bereich werden ebenfalls Menschen begleitet und bestenfalls zu Wachstum und Weiterentwicklung hinsichtlich ihrer Persönlichkeit und Identität angeregt. Durch die drei Grundhaltungen ist es möglich, dieses Entfaltungspotenzial des Menschen zu stärken. Fangen wir an und schauen uns die Begriffe genauer an.

Carl Rogers Pädagogische Grundhaltung

Empathie als pädagogische Grundhaltung

Bei der ersten Grundhaltung geht es um das einfühlende Verstehen und ein ernsthaftes Interesse dem Menschen gegenüber. Im fachlichen Kontext würde das bedeuten, dass man versucht, sich in den anderen Menschen hineinzuversetzen. Dabei geht es ganz grundlegend um das Verstehen der Situation des Menschen gegenüber und nicht um das Bewerten der Situation des Menschen gegenüber! Carl Rogers hat zu dieser Grundhaltung in einem Interview Folgendes gesagt:

Empathisch zuzuhören kann nach Rogers ein sehr effektives Werkzeug sein, ohne dass der Mensch direkt beurteilt, bewertet oder verurteilt. Ein ernsthaftes und empathisches Interesse an der Person gegenüber.

Haben andere Menschen Probleme oder stehen vor Herausforderungen, dann muss nicht immer direkt eine Lösung gebracht werden. Nach Rogers hilft es vielen Menschen schon sehr stark, wenn ihnen jemand empathisch und einfühlend zur Seite steht und ihnen zuhört.

Akzeptanz als pädagogische Grundhaltung

Bei der pädagogischen Grundhaltung der Akzeptanz geht es darum, dass der Mensch vollwertig wertgeschätzt und akzeptiert wird, so wie er ist. Im besten Fall ist auch in dieser Kategorie keine Bewertung vorhanden, der Mensch wird so akzeptiert, wie er ist. Es geht in dieser Grundhaltung also um eine bedingungslose Wertschätzung.

Der Wert des Menschen ist also nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft. Ein Mensch wird also beispielsweise nicht nur aufgrund seiner Taten oder seines Verhaltens akzeptiert und wertgeschätzt, sondern als Person.

Negative Beispiele wären;

  • Wenn du deine Hausaufgaben gemacht hast, dann bist du ein guter Mensch!
  • Wenn du dein Zimmer schön aufgeräumt hast, behandle ich dich besonders gut!

Es zählt also nicht, was eine Person tut, sondern was jemand ist. Ein Mensch ist immer wertvoll!

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Kongruenz als pädagogische Grundhaltung

Mit der Kongruenz meint Carl Rogers die Übereinstimmung und Stimmigkeit des Menschen. Vereinfacht gesagt geht es darum, dass der Mensch sich nicht verstellt und echt ist. Kongruenz könnte also auch mit Echtheit und Authentizität übersetzt werden.

Dabei geht es darum, dass man sich selbst wahrnimmt und sich vor allem ehrlich zeigt. Wenn die Gedanken, das Bewusstsein, die Handlungen und das Gesprochene des Menschen zusammenpassen und stimmig sind, dann kann von Kongruenz gesprochen werden. Carl Rogers äußerte, dass Menschen es in ihrem Inneren fühlen, wenn der Mensch, der ihnen gegenübertritt, kongruent, authentisch und echt ist.

pädagogische Grundhaltung der Kongruenz

Zusammenfassung Pädagogische Grundhaltung nach Rogers

Die pädagogische Grundhaltung nach Carl Rogers ist ein zentrales Konzept der personenzentrierten Pädagogik und besonders für Erzieherinnen und Erzieher von großer Bedeutung.

Die pädagogische Grundhaltung basiert auf der Annahme, dass jeder Mensch ein angeborenes Potenzial zur Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung besitzt, das sich vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen entfaltet.

Die drei Grundhaltungen Empathie, Akzeptanz und Kongruenz bilden dabei das Fundament pädagogischen Handelns. Empathie beschreibt das einfühlende Verstehen ohne Bewertung, Akzeptanz die bedingungslose Wertschätzung des Menschen und Kongruenz die Echtheit und Authentizität der pädagogischen Fachkraft.

Zusammen fördern diese drei Grundhaltungen Vertrauen, Beziehungsgestaltung und persönliche Entwicklung und sind daher eine wichtige Grundlage professioneller pädagogischer Arbeit.

In diesem Beitrag zur pädagogischen Grundhaltung nach Carl Rogers wurden dir folgende Fragen beantwortet:

  • Was ist die pädagogische Grundhaltung nach Carl Rogers und warum ist sie wichtig?

  • Welche drei Pfeiler – Empathie, Akzeptanz und Kongruenz – bilden die Grundhaltung nach Rogers?

  • Wie kann ich Empathie als Erzieher:in im Alltag gezielt einsetzen?

  • Was bedeutet bedingungslose Akzeptanz und wie kann ich sie Kindern gegenüber zeigen?

  • Was ist Kongruenz und warum ist Authentizität in der pädagogischen Arbeit entscheidend?

  • Wie unterstützt die personenzentrierte Grundhaltung die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen?

  • Warum sollten Erzieherinnen und Erzieher die Grundhaltung nach Carl Rogers kennen und anwenden?

Quellen und Fachbücher Literatur

Quellen zu Pädagogische Grundhaltung nach Rogers

Hier findest du passende seriöse Quellen und Fachliteratur. Du kannst die Literatur und Fachbücher als Quellen für deine nächste Hausarbeit, Facharbeit, Abschlussarbeit oder Präsentation verwenden. Diese Quellen wurden zum Teil auch für diesen Blogbeitrag genutzt. So wird eine hohe fachliche Qualität gewährleistet.

  • Rogers, C. R. (1992). Gespräche mit Carl Rogers: Über das Werden des Menschen (H. Kirschenbaum & V. Henderson, Hrsg.; Deutsch von B. Bracht). Stuttgart: Klett-Cotta.

  • Bischof, G., & Eckert, H. (2012). Pädagogische Professionalität: Grundlagen, Theorien und Praxisfelder. Stuttgart: Kohlhammer.

  • Rogers, C. R. (1961). On becoming a person: A therapist’s view of psychotherapy. Boston, MA: Houghton Mifflin.

  • Rogers, C. R. (1983). Freedom to learn for the 80s (3rd ed.). Columbus, OH: Charles E. Merrill.

  • Kirschenbaum, H., & Henderson, V. L. (Eds.). (1989). The Carl Rogers reader. Boston, MA: Houghton Mifflin.

  • Cornelius-White, J. (2007). Learner-centered teacher-student relationships are effective: A meta-analysis. Review of Educational Research, 77(1), 113–143. https://doi.org/10.3102/003465430298563

  • Mearns, D., & Thorne, B. (2007). Person-centred counselling in action (3rd ed.). London, UK: Sage Publications.

Erzieherkanal Autor Simon Wieking Gründer

Über den Autor: Simon Wieking

Simon Wieking ist Gründer des Erzieherkanals – Deutschlands größter Online-Lernplattform für angehende pädagogische Fachkräfte. Der ausgebildete Erzieher hat ein Bachelor Studium in Pädagogik und ein Master Studium in Bildung und Gesundheit abgeschlossen. Mehr als zehn Jahre Berufserfahrung in Kita, Erwachsenenbildung und als Lehrbeauftragter an einer Bochumer Universität. 

Mit dem Erzieherkanal verbindet Simon Theorie und Praxis auf eine praxisnahe, leicht verständliche Weise. Sein Ziel ist es, Auszubildenden und Fachkräften komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten und sie optimal auf ihre Ausbildung und die Arbeit in der Praxis vorzubereiten.

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