Operantes Konditionieren

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Lerninhalte

Das operante Konditionieren stellt eine sozialkognitive Lerntheorie dar. Die Theorie ist (neben dem klassischen Konditionieren) die Grundlagentheorie aus dem Bereich der psychologischen Lerntheorien. In diesem Beitrag schauen wir uns die Operante Konditionierung nach Skinner an. Das Ganze wird möglichst einfach erklärt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Operante Konditionieren nach Skinner?

Operante Konditionierung, auch bekannt als Lernen durch Erfolg, stellt eine Theorie der behavioristischen Lerntheorie, die sich mit dem Studium menschlichen Verhaltens befasst. Es geht also darum, wie ein Mensch Verhaltensweisen erlernt.

Nach Skinner ist menschliches Verhalten von den Konsequenzen früherer Handlungen geprägt. Dies bedeutet, dass Verhalten Konsequenzen nach sich zieht und abhängig von diesen Konsequenzen entweder beibehalten oder eingestellt wird. Ganz einfach gesagt; ist die Konsequenz auf ein Verhalten für den Menschen positiv, dann wird das Verhalten beibehalten, ist die Konsequenz auf ein Verhalten für den Menschen negativ, dann wird es verworfen.

Operante Konditionierung Skinner

Dies wird als Lernen durch Verstärkung beschrieben. Der behavioristische Ansatz konzentriert sich auf das sichtbare Verhalten von Personen, während innere Vorgänge wie Gefühle und Gedanken als nicht objektiv messbar und daher in einer metaphorischen „Blackbox“ zusammengefasst werden. Was es genau mit dem Behaviorismus und der Blackbox auf sich hat, kannst du in diesem Beitrag erfahren.

Reize wirken auf diese Blackbox ein, die daraufhin mit einem Verhalten reagiert. Die genauen Prozesse innerhalb der Blackbox sind für Behavioristen von untergeordnetem Interesse; vielmehr liegt der Fokus auf den Stimuli und dem resultierenden Verhalten.

Die Skinner Box beim operanten Konditionieren

Um die operante Konditionierung greifbarer zu machen, wird häufig Skinners Experiment mit der Skinner-Box herangezogen. In einer abgewandelten Version dieses Experiments gibt es drei verschiedene Hasen (abgewandelt, weil es eigentlich Ratten waren – Hasen sind aber einfach süßer), die einzeln in einen Käfig mit einer Signallampe, einem Futterkrug und einem Hebel gesetzt werden.

Jeder Hase erlebt unterschiedliche Konsequenzen beim Betätigen des Hebels.

Hase 1 erhält eine Möhre beim Betätigen des Hebels.

Hase 2 kann einen unangenehmen elektrischen Strom abschalten beim Betätigen des Hebels.

Und Hase 3 löst durch die Hebelbetätigung einen Stromschlag aus. Der Hase bekommt den Stromschlag ab.

Nach einigen Versuchen zeigt sich, dass Hase 1 und 2 den Hebel häufiger betätigen, da sie ihr Verhalten mit positiven Konsequenzen verknüpfen. Ein Vorgang, den Skinner als Lernen durch Erfolg und Verstärkung definiert. Hase 3 hingegen vermeidet zunehmend die Hebelbetätigung aufgrund der negativen Konsequenz.

Operantes Konditionieren Skinner Box einfach erklärt

Weitere Verknüpfungen beim operanten Konditionieren

In einer weiteren Phase des Experiments erhielt Hase 1 Futter nur dann, wenn zusätzlich zur Hebelbetätigung die Signallampe leuchtete. Dies zeigt, dass Verhalten durch externe Erfahrungen, also Stimuli aus der Umwelt, geformt werden kann. Die Konditionierung im wahren Leben kann also viel komplexer sein als eine einfach Reiz/Reaktion, da sie mit weiteren Stimuli und Reizen verknüpft und verbunden sein kann.

Operantes Konditionieren Psychologie einfach erklärt

Verstärkung und Bestrafung bei der Operanten Konditionierung

Die operante Konditionierung funktioniert über die sogenannte Verstärkung und Bestrafung. Die positive Verstärkung, die negative Verstärkung, die positive Bestrafung und die negative Bestrafung.

Die Begriffe positiv und negativ können verwirrend sein, zumindest haben sie mich in meiner Studienzeit verwirrt und ich habe schon öfter Nachfragen zu diesem Thema bekommen. Daher eine kleine Hilfe und Information. „Positiv“ lässt sich nicht mit „gut“ übersetzen und „negativ“ nicht mit „schlecht“. Wie soll auch eine Bestrafung positiv sein? Dann wäre es ja keine Bestrafung mehr, sondern eine Belohnung. Der Begriff positiv kann auch so verstanden werden, dass etwas gegeben wird oder vorhanden ist. Der Begriff negativ kann so verstanden werden, dass etwas genommen wird oder abwesend ist.

Positive Verstärkung bezeichnet die Belohnung eines Verhaltens, was zur Wiederholung des Verhaltens führt.
Ein Schüler schreibt eine gute Note und wird gelobt.

Negative Verstärkung hingegen meint das Ausbleiben und den Wegfall unangenehmer Konsequenzen, was ebenfalls die Wiederholung eines Verhaltens fördert.
Ein Schüler schreibt eine gute Note und muss deshalb nicht mehr zur Nachhilfe.

Positive Bestrafung folgt auf ein Verhalten mit unangenehmen Konsequenzen, was die Unterdrückung dieses Verhaltens bewirkt.
Ein Schüler schreibt eine schlechte Note und muss jetzt öfter zur Nachhilfe.

Negative Bestrafung bedeutet, dass eine angenehme Konsequenz entzogen wird, was ebenfalls das Verhalten unterdrückt.
Ein Schüler schreibt eine schlechte Note, deshalb darf er abends nicht mehr eine Stunde Fernsehen gucken.

Entscheidend für die Wirksamkeit von Verstärkung und Bestrafung ist, dass das Individuum die Konsequenz zeitlich und logisch mit dem Verhalten verknüpfen kann.

Operante Konditionierung Skinner

Operante Konditionierung Beispiel

Eine Klasse schreibt eine Klausur. Der Lehrer gibt den Schülern Literatur und Buchtipps.

Ein Schüler entscheidet sich Zuhause dafür, noch mehr als die vorgegebenen Bücher zu lesen um bestmöglich auf die Prüfung vorbereitet zu sein. Die Klausur des Schülers wird mit der Bestnote bewertet. Zwei Szenarien:

Szenario 1: Der Lehrer lobt den Schüler, auch vor der ganzen Klasse, seine Mitschüler sind außerordentlich nett und bewundern den Schüler für seine Leistung. Die Konsequenz war positiv und angenehm für den Schüler, die Verhaltensweise wird beibehalten.

Szenario 2: Der Lehrer lobt den Schüler, auch vor der ganzen Klasse, seine Mitschüler sind außerordentlich missgünstig. Später auf dem Schulhof wird der Schüler als Streber beschimpft und gemobbt. Der Schüler verwirft die Verhaltensweise zukünftig.

Zu den Kanälen: