Klassische Konditionierung einfach erklärt

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Das klassische Konditionieren stellt eine sozialkognitive Lerntheorie dar, welche von Iwan Pawlow entwickelt wurde. Die klassische Konditionierung stellt eine der Grundlagentheorien aus der Pädagogik und Psychologie dar. In diesem Beitrag schauen wir uns das Ganze einmal genauer an. Du wirst das klassische Konditionieren nach diesem Beitrag verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die klassische Konditionierung?

Die klassische Konditionierung stellt eine sozialkognitive Lerntheorie dar, welche auf einem Reiz-Reaktionsschema basiert. Menschliche Verhaltensweisen werden vereinfacht gesagt durch die Verknüpfung zwischen verschiedenen Reizarten verbunden und lösen dann Reaktionen beim Menschen aus. Das Ganze auch, wenn der eigentliche Reiz wegfällt. Anhand des klassischen Konditionierens lassen sich viele Verhaltensweisen von Menschen analysieren und erklären.

Klassische Konditionierung einfach erklärt

Ein bekanntes Beispiel ist Pawlows Experiment. Bei dem Experiment wurden Hunde durch den Prozess der klassischen Konditionierung dazu gebracht, nur auf das Ertönen einer Glocke mit Speichelfluss zu reagieren. Das Ganze wir gleich noch mal im Detail anhand von zwei Beispiel dargestellt.

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Drei Phasen der klassischen Konditionierung

Pawlow ließ unmittelbar vor der Fütterung von Hunden einen Glockenton erklingen. So konditionierte er die Hunde darauf Speichel zu produzieren, sobald sie den Glockenklang hörten, selbst wenn kein Futter präsentiert wurde. Schauen wir uns an, wie dieser Prozess genau funktioniert.

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Die Kontrollphase (vor dem Training)

In der Kontrollphase führt der neutrale Reiz (der Glockenton) zu keiner spezifischen Reaktion bei dem Hund. Der unbedingte Reiz (das Futter) führt zu einer unbedingten Reaktion (den Speichelfluss).

Klassische Konditionierung Pädagogik Was ist das?

Die Lernphase (während des Trainings)

In der Lernphase wird der neutrale Reiz (der Glockenton) mit dem unbedingten Reiz (das Futter) gekoppelt. Das Futter führt weiterhin zu einer unbedingten Reaktion (den Speichelfluss). Bei mehrfacher Wiederholung lernt und verinnerlicht der Hund, dass es Futter gibt, sobald ein Glockenton ertönt.

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Die Phase des Lernergebnisses (nach dem Training)

Hat der Hund verinnerlicht, dass der Glockenton in Verbindung mit der Futtergabe steht, dann wird der Glockenton jetzt als konditionierter Reiz bezeichnet, welcher eine konditionierte Reaktion (den Speichelfluss) auslöst. Das passiert auch, obwohl der unbedingte Reiz (das Futter) dann wegfällt. Das bedeutet, dass der Hund auch Speichelfluss zeigt, sobald er lediglich den Glockenton hört, ohne dass es Futter gibt. Der Hund zeigt jetzt auf einen konditionierten Reiz eine konditionierte Reaktion.

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Das Reiz Reaktionsschema beim klassischen Konditionieren

Das Reiz-Reaktionsschema beschreibt also einen Lernprozess, bei dem ein neutraler Reiz (ein Reiz, der ursprünglich keine spezifische Reaktion hervorruft = Beispiel Glockenklang) mit einem unbedingten Reiz (ein Reiz, der eine natürliche, unbedingte Reaktion hervorruft = Beispiel Futtergabe = Speichelfluss) gekoppelt wird, um schließlich eine bedingte Reaktion (eine gelernte Reaktion auf den zuvor neutralen Reiz = Glockenklang = Speichelfluss, da Verbindung mit Futtergabe) zu erzeugen. Dieser Ablauf wird als Konditionierung bezeichnet.

Erlernen und Verlernen von Verhaltensweisen

Es ist wichtig zu betonen, dass die konditionierte Reaktion im Laufe der Zeit abnehmen kann, wenn der konditionierte Stimulus wiederholt ohne den unkonditionierten Stimulus präsentiert wird, ein Prozess, der als Extinktion bekannt ist. Zudem können Phänomene wie Spontanerholung (das plötzliche Wiederauftreten der konditionierten Reaktion nach einer Pause) und Generalisierung (die Tendenz, auf ähnliche Stimuli in gleicher Weise zu reagieren) beobachtet werden

Ein weiteres Beispiel für die klassische Konditionierung

Hast du schon mal so viel von einem alkoholischen Getränk getrunken, dass dir davon jetzt nur anhand des Geruchs übel wird? Nein? Natürlich nicht, wir sind ja anständige Menschen und Alkohol ist wirklich schlecht für den Körper! Aber es soll Menschen geben denen genau das passiert ist. Das Ganze lässt sich mit der klassischen Konditionierung erklären. Nehmen wir für das Beispiel mal ein mexikanisches Getränk welches mit T anfängt.

Beispiel klassische Konditionierung

Das mexikanische Getränk führt vor der Erfahrung zu keiner Reaktion. Die Person kann daran denken und daran riechen, ohne dass ihr schlecht wird. Das ist jetzt also noch der neutrale Reiz. Was bei der Person aber zu Übelkeit und Schwindel führt ist das Trinken von zu viel Alkohol. Das ist eine rein körperliche Reaktion die jeder Mensch aufweist, manche früher, manche später. Der Alkohol generell ist also ein unbedingter Reiz und die Übelkeit und der Schwindel auf zu viel Alkohol trinken ist die unbedingte Reaktion.

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Jetzt kommt es zu einem feuchtfröhlichen Abend. Die Person trinkt viel zu viel von dem mexikanischen Getränk. Bei jedem neuen Glas verankert sich der Geruch des mexikanischen alkoholischen Getränks im Gedächtnis der Person. Der Abend eskaliert, der Person ist den Rest des Abends ziemlich übel und auch am nächsten Tag noch. Die Übelkeit kommt von dem massiven Alkoholkonsum.

Beispiel für die klassische Konditionierung nach Pawlow

Zwei Wochen später wird die Person wieder zu einer Party eingeladen, es wird wieder das mexikanische alkoholische Getränk serviert. Das ist das erste Getränk an dem Abend. Die Person setzt am Glas an, nimmt den Geruch wahr und sofort wird ihr übel und es setzt Brechreiz ein und das obwohl sie noch gar keinen Alkohol getrunken hat, nur der Geruch hat gereicht, obwohl dieser an sich ja gar keine Übelkeit auslöst.

Klassische Konditionierung einfach erklärt Pawlow

Der Geruch des alkoholischen Getränks wurde im Prozess der klassischen Konditionierung mit dem übermäßigen Alkoholkonsum und der daraus folgenden Übelkeit verknüpft. Der Geruch des Getränks löst jetzt eine konditionierte Reaktion aus, welche zu Übelkeit führt.

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