Welche Handlungskompetenzen benötigen ErzieherInnen für die praktische Arbeit? Die Anforderungen an pädagogische Fachkräfte sind enorm. Von Selbstkompetenzen, Sachkompetenzen, Sozialkompetenzen bis hin zu Lernkompetenzen wird viel gefordert. All das schauen wir uns in diesem Beitrag im Detail an, sodass du einen guten Überblick darüber erhältst, welche Kompetenzen als Fachkraft wirklich wichtig sind.
Inhaltsverzeichnis
Die vier Handlungskompetenzen für Erzieher
Die Handlungskompetenzen werden in vier Unterkategorien aufgeteilt; Selbstkompetenzen, Sachkompetenzen, Sozialkompetenzen und Lernkompetenzen. Schauen wir uns die vier Kompetenzbereiche im Detail an.
Die Selbstkompetenzen
Selbstkompetenzen beziehen sich auf die Fähigkeiten einer Person, die eigenen Gedanken, Emotionen und Handlungen zu verstehen, zu steuern und zu regulieren. Dazu gehören Selbstbewusstsein, Selbstregulation, Selbstmotivation, Selbstwirksamkeitserwartung, Selbstverantwortung und Selbstorganisation.
Die Förderung dieser Kompetenzen ist entscheidend für die persönliche Entwicklung und das emotionale Wohlbefinden eines Menschen. Besonders in der Arbeit im sozialen Bereich sind diese Fähigkeiten und Kompetenzen elementar. Einerseits, weil es häufig zu stressigen und energievollen Situationen kommt. Egal ob durch Fachkräftemangel, unterschiedlichsten Anforderungen von allen möglichen Seiten oder einfach Herausforderungen im Privatleben, welche sich auch auf den Beruf auswirken, die Selbstkompetenzen sind enorm wichtig für die eigene physische und psychische Gesundheit. Und zum anderen sind Fachkräfte immer Vorbilder
für andere Menschen, hier positiv voranzugehen und beispielsweise Kompetenzen im Selbstbewusstsein, der Selbstorganisation und Selbstregulation zu vermitteln ist goldwert.
Die Sachkompetenzen
Sachkompetenzen beziehen sich auf das Wissen und die Fähigkeiten einer Person in Bezug auf bestimmte Sachgebiete oder Fachbereiche, in unserem Beispiel also auf die Pädagogik bezogen. Diese Kompetenzen umfassen sowohl theoretisches Wissen (also Fachwissen) als auch praktische Fertigkeiten.
Auf pädagogische Fachkräfte bezogen bedeutet dies beispielsweise, dass sie Kompetenzen der Reflektion besitzen, wissen, Kommunikationsmittel und Methoden kennen. Aber auch Kompetenzen in der Beobachtung, Wahrnehmung aufweisen, Fachwissen zu Theorien, Konzepten und pädagogischen Ansätzen und so weiter.
Hier geht es also viel um das Fachwissen, also quasi das Wissen von der Sache, dem Gegenstand der Arbeit. Die Entwicklung von Sachkompetenzen ist entscheidend für eine fundierte Auseinandersetzung mit Fachthemen und für die erfolgreiche Anwendung von Wissen in praktischen Situationen.
Die Sozialkompetenzen
Sozialkompetenzen beziehen sich auf die Fähigkeiten einer Person, erfolgreich und
respektvoll in sozialen Situationen zu interagieren. Dazu gehören beispielsweise
Kommunikationsfähigkeiten, die Empathie, Teamarbeit, Konfliktlösungskompetenzen und die Fähigkeit, zwischenmenschliche Kontakte konstruktiv zu führen.
Die Sozialkompetenzen sind im Bereich der Pädagogik natürlich von elementarer Bedeutung, da die Arbeit zum Großteil aus dem intensiven Kontakt zu anderen Menschen besteht. Nicht selten auch zu Menschen die im Kern ganz unterschiedlich sind. Die Sozialkompetenzen wirken sich natürlich auf die Arbeit mit der Zielgruppe aus, also den Kindern, den Jugendlichen, den Eltern und so weiter, aber auch auf die Arbeit im Team.
Die Lernkompetenzen
Lernkompetenzen umfassen die Fähigkeiten einer Person, effektiv Wissen zu erwerben, sich anzueignen, zu verarbeiten und dieses auch anzuwenden. Dazu gehören Strategien zur Informationsbeschaffung, Problemlösungsfähigkeiten, kritisches Denken und die Fähigkeit zur Selbstorganisation in der Wissensaufnahme. Zwar lernt man einmal alle Grundlage in der Ausbildung, aber ausgelernt hat man niemals.
Besonders nicht im sozialen Bereich, in dem es stetige Weiterentwicklung gibt, es immer wieder neue Erkenntnisse gibt, wie beispielsweise neue pädagogische Konzepte oder Theorien. Dazu gehört also die Kompetenz, sich weiterzubilden, Informationen zu beschaffen, Fortbildungen und Seminare zu besuchen und dafür auch eine Offenheit und Flexibilität zu besitzen. Hat eine Person im beruflichen Kontext die feste Überzeugung, dass sie alles Wisse und sich nicht mehr weiterbilden braucht, dann ist dies ein großes Alarm- und Warnzeichen.
Über den Autor: Simon Wieking
Simon Wieking ist Gründer des Erzieherkanals – Deutschlands größter Online-Lernplattform für angehende pädagogische Fachkräfte. Der ausgebildete Erzieher hat ein Bachelor Studium in Pädagogik und ein Master Studium in Bildung und Gesundheit abgeschlossen. Mehr als zehn Jahre Berufserfahrung in Kita, Erwachsenenbildung und als Lehrbeauftragter an einer Bochumer Universität.
Mit dem Erzieherkanal verbindet Simon Theorie und Praxis auf eine praxisnahe, leicht verständliche Weise. Sein Ziel ist es, Auszubildenden und Fachkräften komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten und sie optimal auf ihre Ausbildung und die Arbeit in der Praxis vorzubereiten.