Friedrich Fröbel – Pädagogik und Kindergarten nach Fröbel

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Friedrich Fröbel gilt mit seiner Pädagogik als Begründer und Erfinder des modernen Kindergartens. Fröbel ist deutscher Pädagoge und sein Ansatz findet auch heute noch großen Anklang in der Welt der Pädagogik. Aber wer war Friedrich Fröbel? Was macht die Pädagogik nach Fröbel aus? Und welche Idee hatte Friedrich Fröbel vom Kindergarten? Dies und vieles mehr wollen wir uns im heutigen Beitrag anschauen.

Inhaltsverzeichnis

Wer war Friedrich Fröbel und was steckt hinter der Fröbel Pädagogik?

Friedrich Fröbel war ein deutscher Pädagoge. Er wurde am 21 April 1782 geboren und ist am 21 Juni 1852 gestorben. Fröbel ist bekannt geworden für seinen pädagogischen Ansatz, vor allen Dingen aber als Schöpfer des Kindergartens.

Bevor Friedrich Fröbel seine Gedanken, Ideen und den pädagogischen Ansatz in Form von Kindegärten in der Praxis etablierte, gab es sogenannte Kinderbewahrsanstalten. In diesen wurden Kinder tatsächlich mehr aufbewahrt als alles andere. Friedrich Fröbel entwickelte auf dem für die Zeit sehr untypischen (aber aus heutiger Sicht modernen) Bild vom Kind einen pädagogischen Ansatz und eine Einrichtung, welche heute als Kindergarten bekannt ist. Die Idee der bloßen Aufbewahrung von Kindern in den Kinderbewahranstalten änderte sich hin zu Einrichtungen, welche es sich zum Ziel machte, die bestmögliche Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern zu ermöglichen. Wie schon erwähnt wurde damit die Ideen des Kindergartens geboren. Fröbel gründete 1840 in Bad Blankenburg den ersten Kindergarten der Welt.

Fröbel Kita Pädagogik

Ein elementarer Teil der Pädagogik nach Fröbel ist das Spiel. Dem Spiel hat Friedrich Fröbel also eine ganz besondere Bedeutung zugesprochen. Im Laufe des Beitrags wird auf diesen Punkt und die elementare Bedeutung des Spiels noch genau eingegangen.
Fröbel schaffte es mit seinem pädagogischen Ansatz die Elementarpädagogik auf internationaler Ebene zu verändern. Die Sicht auf Kinder, die Bildungsfähigkeit und Förderung von Kindern änderte sich, zwar langsam, aber sie änderte sich. Friedrich Fröbel nannte den Kindergarten nicht zufällig so, das Bild des Gartens wurde bewusst gewählt. Kinder sollten wie in einem Garten gehegt und gepflegt werden. Ihnen sollen die besten Bedingungen zur Verfügung gestellt werden, damit sie sich gemäß ihrer individuellen Voraussetzungen optimal entwickeln und wachsen können.

Das Bild vom Kind in der Fröbel Pädagogik

Die grundlegende Idee von Fröbel war es, dass das Kind sehr naturverbunden ist und damit Teil von etwas Universellem. Fröbels Ansatz baut darauf auf, dass sich alles in der Natur zu dem entwickeln kann, was in ihm angelegt ist. Dabei ist vor alle die individuelle Komponente dieser Sichtweise besonders hervorzuheben, jedes Kind hat unterschiedliche Begabungen, Fähigkeiten und Potenziale. Es geht bei der Fröbel Pädagogik darum, dem Kind die Möglichkeit zu geben, diese Begabungen, Fähigkeiten und Potenziale zu entdecken und dann weiterzuentwickeln. Die erwachsene Person begleitet das Kind dabei. Nach Fröbel entwickelt sich das Kind durch das Spiel und die damit verbundene Auseinandersetzung mit der Umwelt. Fröbel war großer Fan von freien Spielmöglichkeiten für das Kind, heutzutage ist dies in den Einrichtungen als Freispiel zu finden.

Die Ziele der Fröbel Pädagogik

Fröbels Ideen und Ansätze sind mittlerweile knapp 200 Jahre alt. Die Welt, die Gesellschaft und die Umwelt hat sich seit dem maßgeblich geändert. Dennoch sind die Grundstrukturen und die Ideen hinter dem Ansatz nach wie vor gültig. Das oberste Ziel der Fröbel Pädagogik ist die bestmögliche Entwicklung des Kindes, je nach seinen Potenzialen und Möglichkeiten. 

Zu den Zielen der Pädagogik und vor allem zum Ziel und der Aufgabe eines Kindergartens hat Fröbel einmal folgendes gesagt:

„Kinder des vorschulfähigen Alters nicht nur in Aufsicht zu nehmen, sondern ihnen eine ihrem ganzen Wesen entsprechende Betätigung zu geben; ihren Körper zu kräftigen, ihre Sinne zu üben und den erwachenden Geist zu beschäftigen; sie sinnig mit der Natur und Menschenwelt bekannt zu machen, besonders Herz und Gemüt recht zu leiten … Im Spiele sollen sie freudig und allseitig, alle Kräfte übend und bildend, in schuldloser Heiterkeit, Einträchtigkeit und frommen Kindlichkeit sich darleben, für die Schule und kommenden Lebensstufen sich wahrhaft vorbereiten, wie die Gewächse in einem Garten unter dem Segen des Himmels und der aufsehenden Pflege des Gärtners gedeihen.“

Rolle der pädagogischen Fachkraft in der Fröbel Pädagogik

Die pädagogische Fachkraft soll beobachten und begleiten, dem Kind das zur Verfügung stellen, was es zur optimalen Entwicklung benötigt. Es geht dabei nicht darum, das Kind sich selbst zu überlassen. Sondern viel mehr darum, ein konstruktives Gleichgewicht zwischen Selbstbestimmung und notwendigen Grenzen und Strukturen zu finden. Die pädagogische Fachkraft soll nicht vorschreibend und reglementierend dem Kind gegenüber auftreten.

Die Bedeutung des Spiels und Spielgaben in der Fröbel Pädagogik

Das Spiel und die sogenannte Spielpädagogik sind in der Fröbel Pädagogik von elementarer Bedeutung. Das Spiel spiegelt die kindliche Welt und ist ein Vor- und Nachbild des Lebens und ein Mittel um sich mit der Umwelt auseinanderzusetzen und sie zu begreifen. Fröbels Ansicht nach ist das Spiel die höchste Stufe des kindlichen Entwicklung. Über das Spiel ist es möglich, dass das Kind alles erfahren, begreifen und lernen kann, was für das spätere Leben von Relevanz ist. Fröbel war die erste Person, die eine Pädagogik und einen Ansatz entwickelte und umsetzte, welche ganz maßgeblich auf dem Spiel beruhte. Das Spiel gibt die Möglichkeit, an die Erfahrungs- und Kompetenzwelt des Menschen anzuknüpfen. Das Spiel ist steigerbar und damit die menschlichste und konstruktivste Form etwas zu lernen und zu begreifen. Laut Fröbel besteht das Spiel aus einer Wechselwirkung zwischen dem Einfachem und dem Komplizierten, dem Bekannten und dem Unbekannten, dem Konkretem und dem Abstraktem. Das Spiel kann laut Fröbel als die Brücke zwischen Kind und Erwachsenem begriffen werden.

Fröbel Pädagogik Kindergarten Spiel

Besonderes Augenmerk legte Fröbel auf folgende drei Bereiche im Spiel:

Spielbereich: Gartenpflege in der Fröbel Pädagogik

Die Naturverbundenheit war ein großer Ansatzpunkt von Fröbel, daher wurde auf den Bereich der Gartenpflege ein besonderes Augenmerk gelegt. Die Kinder pflegten die Pflanzen im Garten. Dadurch konnte laut Fröbel eine Verbindung zwischen dem Wachstum der Pflanzen und der Entwicklung der Kinder sichtbar und verständlich gemacht werden.

Spielbereich: Rollenspiele in der Fröbel Pädagogik

Dazu zählen Bewegungsspiele, Kreis-, Tanz-, Lauf und Darstellungsspiele. Vor allem die Rollenspiele in Gruppen sind laut Fröbel besonders wertvoll für die Entwicklung der Kinder.

Spielgaben und Materialien in der Fröbel Pädagogik

Die Spielmaterialen werden auch als sogenannte Spielgaben bezeichnet und haben eine bestimmte Aufmachung und Charakteristik. Dabei geht es um die eben angesprochenen Wechselwirkungen von Einfachem und Komplizierten, Konkretem und Abstraktem und so weiter. Anhand der Spielmaterialien soll das Kind die Grundgesetze des Universums verstehen. Dabei sollen Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge erkannt werden. Die Kugeln, der Würfel und die Walze sind typische Spielmaterialien der Fröbel Pädagogik, diese Körper lassen sich in Fläche, Linie und Punkt zerteilen und wieder zusammensetzen. Zusätzlich verschiedene komplexe Holzbausteine und Legeplättchen mit geometrischen Formen. Durch all diese Materialien versteht und verinnerlicht das Kind Zusammenhänge.

Fröbel Pädagogik Spielgaben

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