Erziehungsstile nach Kurt Lewin

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Kurt Lewin hat drei Erziehungsstile entwickelt. Den autoritären Erziehungsstil, den demokratischen Erziehungsstil und den laissez fairen Erziehungsstil. Diese drei Stile der Erziehung schauen wir uns heute im Detail an und werfen dabei auch einen Blick darauf, was sie für die kindliche Entwicklung bedeuten können. Die von Lewin entwickelten Stile sind nicht mit den Erziehungsstilen von Diana Baumrind zu verwechseln. Nach diesem Beitrag wirst du Lewins Erziehungsstile kennen und genau verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Autoritärer Erziehungsstil nach Lewin

Dieser erste Erziehungsstile ist, wie der Name schon erahnen lässt, durch Autorität geprägt. Den Begriff der Autorität kann man bei diesem Erziehungsstil auch synonym verwenden für; totalitär, befehlerisch, diktatorisch und herrisch. In diesem Erziehungsstil gibt es klare Hierarchien, die Fachkraft steht in der Rangfolge ganz oben, die Kinder unten.

Der Stil ist dadurch geprägt, dass die pädagogische Fachkraft die alleinige Verantwortung der Gruppe übernimmt. Diese Verantwortung wird vor allem durch Befehle und klare Aufgaben sichergestellt. Das Auftreten der pädagogischen Fachkraft ist im autoritären Erziehungsstil unpersönlich und eher distanziert.

Der Stil hat häufig zu Folge, dass Kinder überwiegend aus extrinsischer Motivation handeln. Sie suchen die Anerkennung der Gruppen- bzw. Erziehungsleitung (trifft auch auf Eltern zu) und möchten dadurch Strafen und Konsequenzen möglichst vermeiden. Es geht also nicht um die eigenen individuellen Bedürfnisse, sondern darum, gehorsam der Leitung gegenüber zu sein, weil schlimmsten Falls Strafen und Konsequenzen drohen. Die Kinder handeln also wenig aus intrinsischer Eigenmotivation. Dadurch werden Spontanität und Kreativität weniger gefordert und gefördert. Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder unter dem autoritären Erziehungsstil wenig spontan und kreativ waren. Sie bekommen klar definierte Regeln, Aufgaben und Verhaltensweisen, welche nicht zu kritisieren oder hinterfragen sind. Die Fachkraft lobt nur einzelne Kinder, wenn diese den Vorgaben und Richtlinien entsprechen. Dadurch wird Einzelgängertum gefördert.

Erziehungsstile Lewin autoritärer Stil

Es wurde beobachtet, dass sich bei Kindern unter diesem Erziehungsstil ebenfalls ein klare Rangfolge bildet. Diese Rangfolge wird meist durch Rangkämpfe ausgefochten. In diesen geht es darum, die stärksten und schwächsten Gruppenmitglieder zu identifizieren um eine Hierarchie unter den Kindern auszumachen. Es kommt durch den autoritären Erziehungsstil bei Kindern häufig zu aggressiven Tendenzen. Grund dafür scheinen wenig Entfaltungs- und Handlungsfreiräume zu sein, außerdem das unter Strafe stellen von Widerspruch und Kritik gegenüber der Gruppenleitung. Dieser gestaute Frust wird dann an schwächeren Kindern der Gruppe ausgelassen.

Laissez fairer Erziehungsstil nach Lewin

Bei dem laissez fairen Erziehungsstil handelt die pädagogische Fachkraft vor allem passiv, sie zieht sich aus dem Geschehen zurück und stellt kaum Vorgaben. Sie wendet sich nur an die Kinder, wenn diese es einfordern, beispielsweise bei direkten Rückfragen oder bei einem eskalierten Streit. Die pädagogische Fachkraft wendet sich beim laissez fairen Erziehungsstil also nicht aktiv den Kindern zu um beispielsweise Reize oder Impulse zu setzen. Auch werden Taten, Entscheidungen und Verhaltensweisen der Gruppe nicht kommentiert oder bewertet, zumindest so lange diese nicht eindeutig negativ sind oder zu körperlichen Verletzungen führen. Für die Kinder unter diesem Erziehungsstil herrscht also maximaler Freiraum. Die Fachkraft tritt dabei passiv und zurückhaltend, aber auch neutral bis freundlich auf.

Durch den laissez fairen Erziehungsstil ist die Gefahr groß, dass einzelne Kinder durch die fehlenden Strukturen und Regeln massiv überfordert sind und keinen Orientierungspunkt für sich im Gruppengeschehen finden. Die Folge kann Frust, Langeweile, bis hin zu Gereiztheit bei den Kindern sein. In vielen Gruppen mit laissez fairen Erziehungsstil entwickeln die Kinder ebenfalls unter sich eine Rangfolge und Hierarchie. Dann übernehmen einige wenige die Gruppenführung und bieten somit für mehr Orientierung und Struktur. 

Demokratischer Erziehungsstil nach Lewin

Der demokratische Erziehungsstil ist dadurch geprägt, dass auf ein gemeinsames Miteinander gesetzt wird. Die pädagogische Fachkraft sieht sich also nicht als bestimmender Anführer der Gruppe, sondern als Begleitung, Rahmengeber und Impulsgeber. Die Kinder der Gruppe werden in die Entscheidungen und Prozesse mit einbezogen und haben Mitspracherecht und Gestaltungsmöglichkeiten. Als Ziel des demokratischen Erziehungsstils steht die Befähigung zur Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und die Förderung des sozialen Miteinanders. Das ganze gestaltet sich häufig in einem kooperativen Gruppenprozess.

Die pädagogische Fachkraft lobt und kritisiert sachbezogen, konstruktiv und differenziert. Gemeinsam werden in der Gruppe Lösungsmöglichkeiten und Ideen für Problemlagen entwickelt. Die Kinder werden von den Erwachsenen dazu befähigt, Eigenverantwortung zu übernehmen. Laut Lewin haben Kinder die nach dem demokratischen Erziehungsstil aufgewachsen sind im Durchschnitt ein höheres Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und eine größere Selbstsicherheit und Selbstwirksamkeit.

Demokratischer Erziehungsstil Lewin

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