Elterngespräche führen in der Kita

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Elterngespräche in der Kita zu führen, ist ein fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit als Erzieherin oder Erzieher. Das Thema bereitet jedoch vielen Sorgen, vor allem, wenn es um die ersten Elterngespräche in der Kita geht. In diesem Beitrag schauen wir uns deshalb die wichtigsten Bestandteile einmal an: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Elterngesprächs. Zusätzlich erhältst du am Ende des Beitrags 7 wertvolle Tipps, mit denen dir das nächste Elterngespräch in der Kita besser gelingen wird!

Inhaltsverzeichnis

Was sind Elterngespräche in der Kita?

Elterngespräche in der Kita sind strukturierte Gespräche zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Eltern, in denen die Entwicklung des Kindes, seine Stärken und Herausforderungen sowie das pädagogische Vorgehen besprochen werden. Für die Gespräche wird ein Termin vereinbart, und sie finden in einem geschützten Rahmen statt. Die Inhalte bleiben also zwischen den jeweiligen Eltern und den Fachkräften; andere Eltern nehmen daran nicht teil.

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Die Elterngespräche sind wichtig, um eine enge, transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu fördern und sicherzustellen, dass das Kind optimal unterstützt und gefördert wird. Diese Gespräche finden in der Regel ein- bis zweimal jährlich statt, können aber bei Bedarf häufiger durchgeführt werden.

Leitfaden und Vorlage für Elterngespräche

Kommen wir jetzt zum Leitfaden. Dieser wird in drei Bereiche aufgeteilt. In die Vorbereitung, die Durchführung und die Nachbereitung. Viele inhaltliche Punkte in der Vorbereitung sind bei jedem Gespräch gleich und können wiederholt werden. Im Anschluss erhältst du noch 7 wertvolle Tipps für dein nächstes Elterngespräch.

Du kannst dir die folgenden Punkte für dein nächstes Elterngespräch. 

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Die Vorbereitung

Elterngespräche sollten frühzeitig geplant werden. Dabei ist es hilfreich, den Eltern mehrere Terminvorschläge zu unterbreiten und den Anlass des Gesprächs klar zu benennen, um Missverständnisse zu vermeiden. Es ist sinnvoll, den Eltern vorab den groben Ablauf des Gesprächs mitzuteilen, einschließlich der Dauer und der beteiligten Personen. Bei Familien mit keinen oder nur wenigen Deutschkenntnissen sollte frühzeitig geklärt werden, ob sprachliche Unterstützung benötigt wird, z.B. durch einen Dolmetscher oder eine mehrsprachige Fachkraft.

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Die Fachkräfte sollten sich auch inhaltlich gut auf das Gespräch vorbereiten, indem sie relevante Informationen und Beobachtungen über das Kind strukturiert zusammenstellen. Falls die Eltern externe Unterstützung wünschen, können passende Materialien wie Flyer oder Broschüren bereitgelegt werden, z. B. von Beratungsstellen oder sonstigen Unterstützungsangeboten. In manchen Fällen kann dies schon vor dem Gespräch klar sein. Elterngespräche werden dokumentiert und protokolliert. Die entsprechenden Bögen sollten vorab bereitliegen und können als Leitfaden dienen. Auch der Besprechungsraum sollte sorgfältig vorbereitet werden – einschließlich Lüften, Aufräumen und Bereitstellen von Getränken.

Abschließend sollten die in der Einrichtung anwesenden Kolleginnen und Kollegen informiert werden, um Störungen zu vermeiden. Idealerweise wird außen an der Tür ein Schild angebracht, damit Personen den Raum während des Gesprächs gar nicht erst betreten.

Die Durchführung

Bei der Durchführung von Elterngesprächen ist es wichtig, dass die pädagogischen Fachkräfte eine empathische, respektvolle und professionelle Haltung einnehmen. Es sollte vermieden werden, die Eltern zu belehren oder von oben herab zu kommunizieren. Eltern sind die Experten ihrer Kinder, und das Gespräch sollte stets darauf abzielen, das Kind bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Eine gute Beziehung zwischen Kind, Eltern und Fachkraft, auch als Beziehungsdreieck bezeichnet, ist dafür entscheidend.

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Zu Beginn des Gesprächs sollten die Eltern freundlich begrüßt werden. Ein herzlicher Einstieg trägt dazu bei, eine einladende und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Ein kurzer Smalltalk, etwa über die Anreise, kann helfen, das Gespräch angenehm zu beginnen. Anschließend sollte der Anlass des Gesprächs klar erklärt werden, zum Beispiel, ob es sich um das jährliche Entwicklungsgespräch handelt oder um ein spezifisches Problem.

Es ist ebenso wichtig, das Ziel des Gesprächs zu formulieren, sei es ein Austausch über den Entwicklungsstand, mögliche Fördermöglichkeiten oder die Erarbeitung von Lösungen für Herausforderungen. Die Kommunikation des Anlasses und Ziels hilft, den Gesprächseinstieg zu erleichtern.

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Es sollte konkret nach den Themen, Bedürfnissen und Anliegen der Eltern gefragt werden. Diese Punkte sollten im Verlauf des Gesprächs ausführlich behandelt werden. Je nach Anlass des Gesprächs können nun Dokumentationen, Beobachtungen und Wahrnehmungen der Fachkräfte präsentiert werden. Bei der Besprechung der Entwicklung des Kindes können alltägliche Situationen aus der Einrichtung beschrieben werden. Das Gleiche gilt für die Besprechung von Problemen oder Herausforderungen.

Im Elterngespräch sollten auch die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Eltern berücksichtigt werden. Es ist wichtig zu verstehen, wie die Eltern die Informationen der Fachkräfte aufnehmen und welche Eindrücke sie haben. Fragen zur Erfahrung der Eltern mit ihrem Kind, zu Verhaltensunterschieden zwischen Zuhause und der Einrichtung sowie zu möglichen Verhaltensauffälligkeiten sollten thematisiert werden.

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Eine sensible und einfühlsame Kommunikation ist entscheidend. Ansätze wie gewaltfreie Kommunikation, Ich-Botschaften und aktives Zuhören können hierbei unterstützen, um eine konstruktive Gesprächsatmosphäre zu fördern. Ist der erste Austausch abgeschlossen, sollten an diesem Punkt des Gesprächs die nächsten Schritte geplant und kommuniziert werden. Dies sollte schriftlich festgehalten werden, beispielsweise Ziele, Absprachen, weiteres Vorgehen, wer was bis zu welchem Zeitpunkt übernimmt, und so weiter.

Nach diesem Punkt wird das Gespräch noch einmal kurz und knapp zusammengefasst und im Protokollbogen festgehalten. Das Gespräch kann dann langsam beendet werden, beispielsweise mit der Frage, wie es den anwesenden Personen mit dem Gesprächsverlauf geht und ob es noch offene Fragen oder andere Dinge zu klären gibt.

Die Nachbereitung

Die Nachbereitung ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil jedes Elterngesprächs. Direkt im Anschluss an das Gespräch sollte überprüft werden, ob wirklich alle relevanten besprochenen Punkte schriftlich festgehalten wurden. Falls es noch offene Punkte gibt, sollten auch diese notiert werden.

Im Anschluss sollten die Fachkräfte sich selbst reflektieren und sich gegenseitig Feedback geben. Was war gut? Was hätte besser laufen können? Welchen Eindruck hatten die jeweiligen Personen vom Gespräch? Und wie verlief es insgesamt?

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Die 7 Tipps für dein Elterngespräch in der Kita

Tipp 1: Stelle möglichst viele offene Fragen, um das Gespräch anzuregen und die Perspektive der Eltern bestmöglich wahrzunehmen. Zusätzlich wirken offene Fragen interessierter.

Tipp 2: Nutze die Techniken des aktiven Zuhörens und führe keine Monologe. Du musst nicht dauerhaft reden; Fragen stellen und zuhören ist wichtig.

Tipp 3: Du bist zwar der Fachexperte bzw. die Fachexpertin mit viel Fachwissen, verzichte aber in Elterngesprächen möglichst auf Fachbegriffe.

Tipp 4: Halte dich mit voreiligen Ratschlägen und Lösungen zurück. Das kann Eltern in eine passive Rolle drängen, sodass sie sich mit ihrer Sichtweise und Perspektive zurückhalten oder sich übergangen und nicht ernst genommen fühlen.

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Tipp 5: Offenheit, Freundlichkeit und Transparenz wirken zwar sympathisch, aber es ist wichtig, dass du eine professionelle Distanz bewahrst.

Tipp 6: Baue Gesprächspausen ein, lasse sie zu und halte sie aus. Es ist nicht schlimm, wenn nicht dauerhaft geredet wird. Manchmal sind Denkpausen notwendig.

Tipp 7: Geht es um schwierige Themen, dann verharmlose diese nicht, sondern sprich sie direkt, aber möglichst einfühlsam und sensibel an. Das ist deine Aufgabe.

Erzieherkanal Autor Simon Wieking Gründer

Über den Autor: Simon Wieking

Simon Wieking ist Gründer des Erzieherkanals – Deutschlands größter Online-Lernplattform für angehende pädagogische Fachkräfte. Der ausgebildete Erzieher hat ein Bachelor Studium in Pädagogik und ein Master Studium in Bildung und Gesundheit abgeschlossen. Mehr als zehn Jahre Berufserfahrung in Kita, Erwachsenenbildung und als Lehrbeauftragter an einer Bochumer Universität. 

Mit dem Erzieherkanal verbindet Simon Theorie und Praxis auf eine praxisnahe, leicht verständliche Weise. Sein Ziel ist es, Auszubildenden und Fachkräften komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten und sie optimal auf ihre Ausbildung und die Arbeit in der Praxis vorzubereiten.

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