Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

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Die Elternarbeit wird heute auch als Erziehungs- und Bildungspartnerschaft bezeichnet. Dieser Begriff trifft den Blickwinkel und die Perspektive auch deutlich besser. Aber was versteht man eigentlich unter Erziehungs- und Bildungspartnerschaft? Was macht sie aus? Und wie kann die Elternarbeit im Sinne einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft gelingen? Dies wollen wir uns in diesem Beitrag anschauen.

Inhaltsverzeichnis

Was versteht man unter Erziehungs- und Bildungspartnerschaft?

Als Erziehungs- und Bildungspartnerschaft bezeichnet man die enge Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den erziehungsberechtigten Personen (also in der Regel den Eltern) und den pädagogischen Fachkräften (also beispielsweise den Erzieherinnen und Erziehern), um optimale Voraussetzungen und Unterstützungen für das Kind und seine Entwicklung zu schaffen. Zur Vereinfachung wird in diesem Beitrag von den Eltern gesprochen, damit sind aber immer wie Erziehungsberechtigten eines Kindes gemeint.

Erziehungs- und Bildungspartnerschaft Elternarbeit

Eltern als wichtigste Vertrauensperson

Die Eltern sind in der Regel die primären Bindungspersonen ihres Kindes und damit ihre wichtigsten Vertrauenspersonen. Entwicklungspsychologisches betrachtet sind sie der sichere Hafen, der Sicherheit und Schutz bietet und an dem sie sich maßgeblich orientieren. Außerdem werden Kinder als Konstrukteure ihrer eigenen Entwicklung angesehen. Eltern und pädagogischen Fachkräften wird dabei die Rolle der Ko-Konstrukteure zugesprochen. Sie sind also maßgeblich am Bildungs- und Entwicklungsprozess beteiligt.

Um optimale Bedingungen zu ermöglichen ist daher eine gute Zusammenarbeit notwendig. Diese fußt vor allem auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen, offener Kommunikation und Empathie, das alles auf Augenhöhe. Dabei geht es aber um viel mehr als einen bloßen sachlichen Informationsaustausch. Daher wird auch nicht mehr nur von Elternarbeit, sondern eben von Erziehungs- und Bildungspartnerschaft gesprochen.

Rechtliche Verankerung Elternarbeit und Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Hierzu gibt es auch ein Gesetz und somit eine rechtliche Verankerung. Das bedeutet, dass Fachkräfte einer Tageseinrichtung Erziehungsberechtigte (also in der Regel die Eltern) in Entscheidungen und wesentliche Angelegenheiten beteiligen sollen. Dies ist im SGB VIII Kinder- und Jugendhilfe im Paragraf 22a geregelt. Ich verlinke dir HIER das Gesetz.

„[…]die Erziehungsberechtigten an den Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Erziehung, Bildung und Betreuung zu beteiligen.“

Worauf sollten Fachkräfte bei der Elternarbeit achten?

Neben den eben schon erwähnten Aspekten, gibt es einige weitere Punkte, auf die Fachkräfte für eine gelungene Erziehungs- und Bildungspartnerschaft achten sollten. Dabei müssen Fachkräfte die Eltern als die Experten ihrer Kinder anerkennen und wertschätzen. Die Eltern haben die meiste Zeit mit ihrem Kind erlebt, kennen es in den unterschiedlichsten Situationen und Gegebenheiten und wissen es am besten einzuschätzen. Aber auch Eltern sollten Fachkräfte für ihre Expertise schätzen. Bei manchen Eltern klappt das auf Anhieb super, bei anderen ist etwas Zeit und viel Kommunikation nötig, das ist aber ganz normal. Die gelungene Eltern- und Bildungspartnerschaft kann vor allem durch eine authentische dialogische Haltung entwickelt und geschaffen werden.

Beide Parteien sollten also im stetigen Austausch miteinander sein. Es ist auch wichtig, dass spezifische Erwartungen und Ansprüche ganz klar formuliert und kommuniziert werden.

Was kann die Einrichtung leisten?
Was kann sie nicht leisten?
Wofür sind die Fachkräfte zuständig und wofür nicht?

Diese Informationen sind beispielsweise in der Konzeption zu finden, aber es ist wichtig, dies auch im persönlichen Kontakt noch einmal zu klären. Das geht bei einem Elternabend oder in direkten Elterngesprächen.

Weitere Ziele der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Die Elternarbeit im Kindergarten verfolgt weitere wichtige Ziele zur optimalen Förderung und Entwicklungsbegleitung des Kindes. Neben den in diesem Video schon genannten, nenne ich dir im Folgenden weitere wichtige Ziele:

Bedürfnisse des Kindes verstehen

Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften können sie gemeinsam die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten des Kindes besser verstehen. Eine unterstützende Umgebung sowohl im Kindergarten als auch zu Hause trägt zur ganzheitlichen Entwicklung des Kindes bei.

Informationsaustausch

Die regelmäßige Kommunikation zwischen Eltern und Erziehern ist entscheidend, um Informationen über den Entwicklungsstand, Fortschritte, Herausforderungen und besondere Bedürfnisse des Kindes auszutauschen. Dies fördert ein gemeinsames Verständnis und die Transparenz.

Erziehungs- und Bildungspartnerschaft Erzieher Elternarbeit

Förderung der elterlichen Partizipation

Elternarbeit zielt darauf ab, Eltern aktiv in den Bildungsprozess ihres Kindes einzubeziehen. Sogar nicht nur einzubeziehen, sondern eine partizipative Zusammenarbeit zu gewährleisten. Die schafft ebenfalls Vertrauen, Empathie, eine Offenheit und eine positive Beziehung zwischen Eltern und Fachkräften, immer mit dem Blick auf das Wohle des Kindes und dessen Entwicklung. Ich verlinke dir HIER einen ausführlichen Beitrag zum Thema Partizipation.

Elternarbeit Partizipation

Förderung von Vertrauen und Verständnis

Eine offene und respektvolle Kommunikation zwischen Eltern und Erziehern fördert Vertrauen und Verständnis füreinander. Eltern sollen sich sicher und authentisch wertgeschätzt fühlen. Dadurch fällt es leichter, dass sie ihre Anliegen äußern und es zu einem wichtigen Informationssaustauch kommt. Während Erzieherinnen und Erzieher ihre Expertise und Erfahrungen teilen können, um gemeinsam das Beste für das Kind zu erreichen.

Elternarbeit Partizipation Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Unterstützung bei Transitionen und Übergängen

Elternarbeit ist auch wichtig, um die Übergänge des Kindes im Bildungssystem zu begleiten, z. B. den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule. Durch eine enge Zusammenarbeit können Eltern und Erzieher sicherstellen, dass das Kind die notwendige Unterstützung erhält, um sich erfolgreich in neuen Umgebungen zurechtzufinden.

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