Borderline – Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung

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Die Borderline Persönlichkeitsstlörung wird auch als emotional instabile Persönlichkeitsstörung bezeichnet. Aber was ist Borderline? Was sind die Symptome? Wie häufig ist Borderline verbreitet? Welche Therapie hilft bei Borderline? All das schauen wir uns in diesem Beitrag genau an. Zusätzlich verlinke ich dir ein Video, dort kannst du alle Inhalte noch einmal nachschauen und du erhältst dort einen Einblick in die Borderline Persönlichkeitsstörung aus Sicht einer betroffenen Person.

Inhaltsverzeichnis

Die Borderline Persönlichkeitsstörung - Erste Infos

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (kurz auch BPS) ist eine psychische Erkrankung, die durch instabile Beziehungen, impulsives Verhalten und intensive Emotionen gekennzeichnet
ist. Daher wird die Borderline Persönlichkeitsstörung auch als emotional instabile
Persönlichkeitsstörung des Borderline Typs dargestellt.

Etwa 2% der Bevölkerung sind betroffen. Die BPS kann als Spektrum betrachtet werden. Das bedeutet, dass es in den Auswirkungen der Symptome dieser Persönlichkeitsstörung unzählige Varianten gibt.

Borderline emotional instabile Persönlichkeitsstörung

Die Diagnose wird über die Klassifikationssysteme für Krankheiten ICD oder DSM in ihrer aktuellsten Fassung gestellt. Teilweise gibt es hier Subtypen, also weitere Differenzierungen zu der Persönlichkeitsstörung. Schauen wir uns an, welche Symptome und Kriterien die Borderline Persönlichkeitsstörung ausmachen.

Symptome und Diagnose der Borderline Störung

Um die Diagnose der Borderline Persönlichkeitsstörung sicherzustellen, müssen fünf der gleich folgenden Kriterien erfüllt sein. Die Kriterien stammen aus dem Klassifikationssystem für Krankheiten DSM 5:

Persönlichkeitsstörung Borderline
  1. Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden durch andere Personen zu vermeiden.
  2. Ein Muster instabiler und intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
  3. Ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der
    Selbstwahrnehmung.
  4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen, z.B. Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, „Essanfälle“.
  5. Wiederholtes suizidales Verhalten, Suizidandeutungen oder -drohungen oder
    Selbstverletzungsverhalten.
  6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung, z.B. hochgradige episodische Misslaunigkeit (Dysphorie), Reizbarkeit oder Angst.
  7. Chronische Gefühle von Leere.
  8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren, z.B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen.
  9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.
Borderline Störung Was ist Borderline

Die gesicherte Diagnose einer Borderline Persönlichkeitsstörung wird in der Regel ab dem frühen Erwachsenenalter gestellt, meist ab dem Alter von 18 Jahren. Verdachtsdiagnose und Anzeichen der BPS können sich aber schon im Jugend- und teilweise im Kindesalter zeigen.

Borderline führt häufig zu weiteren Erkrankungen

Häufig tritt die Borderline Persönlichkeitsstörung nicht alleine auf. Das bedeutet, dass der Mensch weitere psychische Erkrankungen, neben der Grunderkrankung der Borderline Persönlichkeitsstörung, aufweist. Fachlich nennt sich dies Komorbidität.

Häufige zusätzliche Erkrankungen: Depressionen, die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), Essstörungen, andere Persönlichkeitsstörungen und Substanzmissbrauch.

Ursachen der Borderline Persönlichkeitsstörung

Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Es wird hier von multifaktoriellen Ursachen gesprochen. Das bedeutet, dass es nicht „die eine Ursache“ gibt, sondern diese Hand in Hand miteinander gehen können, sich verstärken oder ergänzend zur BPS führen können.

Es konnten nach aktuellem Stand jedoch zwei Hauptfaktoren herausgefunden werden. Diese werden jedoch lediglich als Risikofaktoren beschrieben:

Umweltfaktoren:
Dazu zählen traumatische Kindheitserlebnisse, wie Missbrauch oder Vernachlässigung.

Genetik und biologische Faktoren:
Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, dazu zählen beispielsweise Ungleichgewichte in Neurotransmittern im Gehirn.

Prognose und Therapie

Mit der richtigen Behandlung können viele Betroffene lernen, ihre Symptome zu managen und ein erfülltes Leben zu führen. Frühe Intervention und Unterstützung sind entscheidend für den langfristigen Erfolg. Je nach Intensität und Ausprägung gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung und Therapie der Borderline Persönlichkeitsstörung.

Psychotherapie (DBT) bei Borderline

Psychotherapie, vor allem eine dialektisch-behaviorale Therapie (kurz DBT) wird als besonders wirksam beschrieben, da sie hilft Emotionen zu regulieren und zwischenmenschliche Beziehungen zu verbessern.

Borderline Persönlichkeitsstörung Psychotherapie DBT

Selbsthilfegruppen bei Borderline

Ebenso können Gruppentherapien oder auch Selbsthilfegruppen und Foren hilfreich sein bei der Borderline Persönlichkeitsstörung. Dies hilft Menschen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und von Anderen zu profitieren.

Gruppentherapie bei Borderline

Medikamente bei Borderline

Um eine Grundstabilität zu erreichen, können auch Medikamente eingesetzt werden. Antidepressiva, Stimmungsstabilisatoren oder Antipsychotika können unterstützen. Der Einsatz muss immer ärztlich abgesprochen werden, eine Selbstmedikation darf nicht stattfinden.

Borderline Persönlichkeitsstörung Medikamente

Psychoedukation bei Borderline

So kann der Mensch durch Psychoedukation lernen, die Symptomatiken zu verstehen und frühzeitig zu erkennen, dadurch ist es möglich Symptome abzuschwächen.

Interessant ist, dass sich die Symptomatik der BPS mit fortschreitendem Alter bei vielen Menschen abschwächt. Die Gründe hierfür sind vielfältig, Veränderung der Lebensumstände, Festigung der eigenen Identität und Persönlichkeit, Psychotherapien oder eine konstruktive medikamentöse Einstellung.

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