Bild vom Kind in der Pädagogik

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Das Bild vom Kind hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern in der Pädagogik, beispielsweise in Kita oder Kindergarten. In diesem Beitrag schauen wir uns an, was das Bild vom Kind überhaupt ist, wie du dieses für dich selbst reflektieren kannst, ebenso gibt es zum Ende des Beitrags einige verbreitete Grundaussagen hinsichtlich der Grundannahmen über das Wesen von Kindern. 

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Bild vom Kind - eine Definition

Wenn von dem Bild vom Kind gesprochen wird, dann sind damit Grundannahmen und Vorstellungen gemeint, die ein Mensch ganz allgemein von Kindern hat. In Bezug auf die Pädagogik stellt dies also alle Vorstellungen von pädagogischen Fachkräften über Kinder dar. Wie sie sind, was sie können, wie man ihnen begegnen sollte und so weiter. Diese Vorstellungen und Grundannahmen beeinflussen, wie die Erziehung und Bildung gestaltet wird. Es gibt nicht das eine richtige Bild vom Kind, welches jeder haben sollte.

Bild vom Kind Erzieher Definition Kita

Oft sind diese Vorstellungen und Grundannahmen beim Menschen auch unbewusst. Im beruflichen und professionellem Kontext sollten sich Fachkräfte aber bestmöglich über ihr allgemeines Bild vom Kind bewusst sein, da dieses, wie eben schon erwähnt, maßgeblichen Einfluss auf den Erziehungs- und Bildungsprozess hat.

Häufig hört man den Begriff „Bild vom Kind“ in pädagogischen Ansätzen. Zum Beispiel gibt es in der Montessori Pädagogik ein bestimmtes Bild vom Kind, in der Waldorfpädagogik, der Fröbel Pädagogik, der Pädagogik nach Korczak usw. Aber auch in den Erziehungsstilen, im autoritären Erziehungsstil herrschen ganz andere Grundannahmen über Kinder als im demokratischen Erziehungsstil beispielsweise.

Bild vom Kind häufig in Konzepten verankert

Diese Vorstellungen und Grundannahmen über Kinder sind häufig in Konzepten von Einrichtungen erkennbar, teilweise auch in einem Unterpunkt ganz klar benannt. Dies wirkt sich auf die Ausrichtung der Einrichtung und dessen Arbeit aus. Die Fachkräfte einer Einrichtungen sollten nach dem gleichen Bild vom Kind handeln. Die Vorstellungen über das Wesen von Kindern können stark variieren und werden von kulturellen, philosophischen, pädagogischen und gesellschaftlichen Einflüssen geprägt.

Reflexionsfragen für dein Bild vom Kind

Ich möchte dir jetzt ein paar Fragen nennen, anhand derer du über dein eigenes Bild vom Kind nachdenken kannst. Bedenken bitte, dass es unzählige Fragen dazu gibt die man sich stellen kann. Die Fragen sollen nur zur Inspiration dienen und dafür sensibilisieren über die eigenen Grundannahmen und Vorstellungen Kindern nachzudenken.

  • Was macht ein Kind in meinen Augen aus?
  • Wie sind Kinder? Neugierig? Wissbegierig? Interessiert?
    Oder eher unwissend, inkompetent und der unfertige Erwachsene?
  • Welche Kompetenzen bringen Kinder mit?
  • Was ist positiv an Kindern?
  • Was brauchen Kinder um sich optimal zu entwickeln? Viel Freiraum?
    Oder viele Grenzen und Regeln?
  • Wie lernen Kinder am besten?
  • Welche Unterschiede mache ich in meiner Arbeit hinsichtlich
    des Geschlechts von Kindern?
  • Welche Unterschiede mache ich in meiner Arbeit hinsichtlich
    des Alters von Kindern?

Beispiele für das Bild vom Kind in der Pädagogik

Ich möchte dir jetzt beispielhaft drei Grundannahmen über das Wesen von Kindern nennen, so kriegst du noch ein besseres Verständnis davon.

Das Kind als aktiver Konstrukteur

Bei diesem Bild vom Kind gilt die Grundannahme, dass Kinder von Natur aus aktiv und konstruktiv sind. Sie erforschen ihre Umwelt aktiv, stellen Fragen, sind neugierig, wissbegierig und bilden ihre Vorstellungen und Konzepte durch ihre eigenen Erfahrungen und entwickeln sich so optimal weiter.

Das Kind als soziales Wesen

Kinder sind soziale Individuen, die von Geburt an den Drang haben, mit anderen in Beziehung zu treten. Ihre sozialen Fähigkeiten entwickeln sich im Austausch mit ihrer Umwelt, und soziale Interaktionen sind entscheidend für ihre ganzheitliche Entwicklung.

Das Kind als kompetentes Wesen

Kinder besitzen von Natur aus Kompetenzen und Fähigkeiten. Sie haben ein angeborenes Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit und können in ihren eigenen Lernprozessen aktiv teilhaben. Pädagogik sollte darauf abzielen, die individuellen Stärken und Potenziale der Kinder zu erkennen und zu fördern.

Bild vom Kind wirkt sich enorm auf die Arbeit aus

Das Bild vom Kind hat enorme Auswirkungen auf die pädagogische Praxis. Pädagogische Fachkräfte sollten sich ihrer eigenen Annahmen bewusst sein und einen Ansatz entwickeln, der die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Rechte der Kinder respektiert und fördert.

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