Eingewöhnung in der Kita – Beziehungsdreieck

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Die Eingewöhnung in der Kita stellt einen komplexen Prozess dar und muss feinfühlig stattfinden. Das Beziehungsdreieck möchte für die Wichtigkeit der Eingewöhnung sensibilisieren und nimmt dabei vor allem drei Akteure in den Fokus; die Eltern, die Fachkraft und natürlich das Kind. In diesem Beitrag schauen wir uns das Beziehungsdreieck genau an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Beziehungsdreieck?

Das Beziehungsdreieck möchte für die Komplexität des Eingewöhnungsprozesses in der Kita sensibilisieren. Mit der Eingewöhnung ist der Übergang vom Kind in die Kita gemeint. Das Kind steht dabei absolut im Mittelpunkt, dennoch möchte das Beziehungsdreieck aufzeigen, dass auch die Bindungspersonen des Kindes (meist die Eltern) und die Fachkräfte eine entscheidende Rolle spielen.

Seit etwa den 1990er Jahren ist man sich einig, von welcher elementaren Bedeutung eine gute Eingewöhnung für das Kind und seine Entwicklung ist. Ausschlaggebend sind hier vor allem die Erkenntnisse aus der Bindungsforschung. Für die Eingewöhnung werden verschiedene Modell genutzt. HIER findest du einen Beitrag zum Berliner Eingewöhnungsmodell.  Es ist also wichtig, dass die Eingewöhnung ernst genommen wird und nicht einfach so nebenbei abläuft. 

Beziehungsdreieck Kita Kindergarten

Das Beziehungsdreieck in der Kita

Wie eben schon erwähnt, besteht das Beziehungsdreieck aus den drei Akteuren; Eltern, Fachkraft und Kind. Wobei das Kind logischerweise immer im Fokus steht, also alles was passiert, sollte im Sinne und Wohle des Kindes und seiner Entwicklung stehen.

Diese drei Akteure sind im Beziehungsdreieck alle miteinander verbunden, dadurch entsteht eine komplexe Dynamik. Besonders im professionellen und fachlichen Kontext hilft es Fachkräften sich dieser Dynamiken bewusst zu sein und diese zu verinnerlichen. So kann der eigene Standpunkt ausgebaut werden, aber auch insgesamt noch mehr Sensibilität und Transparenz geschaffen werden. 

Fragen und Gedanken der Akteure im Beziehungsdreieck

Schauen wir uns mögliche Fragen und Gedanken an, welche sich der jeweilige Akteur im Eingewöhnungsprozess stellen kann. Bedenke dabei bitte, dass es sich nur um einen kleinen Ausschnitt handelt. Alle Akteure sind individuell und es können noch ganz andere Fragen und Gedanken auftauchen.

Fragen und Gedanken von Kind an Eltern

  • Vertraust du den Menschen hier in der Kita?
  • Lässt du mich hier alleine bei den fremden Menschen und an diesem Ort?
  • Kommst du wieder um mich abzuholen?
  • Verstehst du meine Angst und wirst für mich da sein?

Fragen und Gedanken von Kind an Fachkraft

  • Bist du nett und magst mich?
  • Lässt du mir genug Zeit und zeigst mir die Kita?
  • Magst du meine Mutter und meinen Vater?
  • Hilfst und unterstützt du mich, wenn ich mal traurig bin?
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Fragen und Gedanken von Eltern an das Kind

  • Wird es dir hier in der Kita gut gehen?
  • Wirst du die Fachkräfte mögen?
  • Wirst du mich vermissen?
  • Wirst du ohne mich zurechtkommen?
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Fragen und Gedanken von Eltern an Fachkraft

  • Bist du eine empathische und nette Person, die mein Kind bestmöglich unterstützt?
  • Kann ich ehrlich mit dir reden? Darf ich Angst, Kritik und Zweifel äußern, ohne dass sich das negativ auf die Begleitung zu meinem Kind auswirkt?
  • Bist du ehrlich zu mir, auch wenn vielleicht mal etwas in der Eingewöhnung nicht rund läuft?
  • Wird dich mein Kind vielleicht sogar lieber mögen als mich?

Fragen und Gedanken von Fachkraft an das Kind

  • Wirst du dich hier gut einfinden? Wird die Eingewöhnung gelingen?
  • Finde ich einen guten Zugang zu dir und wirst du mir vertrauen?
  • Bin ich mit meiner fachlichen Kompetenz und Erfahrung die richtige Person für die Eingewöhnung?
  • Wirst du die anderen Kinder mögen? Werden dich die anderen Kind mögen?
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Fragen und Gedanken von Fachkraft an Eltern

  • Werde ich als Fachkraft von den Eltern akzeptiert und wertgeschätzt?
  • Nehmen die Eltern die Eingewöhnung und die Bedürfnisse des Kindes wirklich ernst?
  • Werden sich die Eltern an mich wenden, wenn sie Sorgen, Ängste oder Kritik verspüren?
  • Bewerten mich die Eltern? Wenn ja, neutral, negativ oder positiv?

Die Wichtigkeit des Beziehungsdreiecks in der Eingewöhnung

Wie Eingangs schon erwähnt, ist der Eingewöhnungsprozess hoch individuell und von Person zu Person unterschiedlich. Auch die Fragen und Gedanken können unzählig sein. Das Beziehungsdreieck möchte dafür und vor allem für die Dynamiken zwischen den einzelnen Akteuren sensibilisieren.

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